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Narzisstischer Vater, schwache Mutter – wie das Familiensystem deine Psyche prägt


Wenn du mit einem narzisstischen Vater und einer schwachen, emotional abhängigen Mutter aufgewachsen bist, spürst du die Folgen wahrscheinlich bis heute – Selbstzweifel, Unsicherheit, Einsamkeit oder das Gefühl, nie gut genug zu sein.


In narzisstischen Familiensystemen erkennen Kinder oft erst als Erwachsene, was damals wirklich passiert ist.


In diesem Artikel erfährst du, wie tiefgreifend das Verhalten der Eltern auf dich wirkte – und wie du Schritt für Schritt wieder zu dir selbst zurückfindest.




Doppelbelichtung unsichere Frau - Blätter eines Buschas als Sinnbildung für die Auswirkungen auf das erwachsene Kind, wenn der Vater narzisstisch und die Mutter schwach war


INHALTSVERZEICHNIS:

Das Kind in einem narzisstischen Familiensystem



Manchmal braucht es nur einen Moment, um das eigene Leben plötzlich in einem völlig neuen Licht zu sehen. Bei Iris war es ein Märchen. Mit 37 sitzt sie in einer Fortbildung, in der "Schneewittchen" gedeutet wird. Es geht um die böse Stiefmutter – und um Narzissmus. Um subtile Machtausübung und den Hunger nach Bewunderung. Während sie zuhört, wird ihr immer klarer, dass diese Deutung eins zu eins zu ihrem Vater passt. Zum ersten Mal sieht sie, was in ihrer Familie seit ihrer Kindheit schief läuft: Ihr Vater ist ein Narzisst. Und ihre Mutter hat ihn all die Jahre in seiner Selbstverliebtheit unterstützt. „Ich habe tatsächlich 37 Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass nicht ich das Problem bin“, wird ihr fast ungläubig bewusst.

Nicht zu erkennen, dass der Vater narzisstisch und die Mutter emotional abhängig ist – oder umgekehrt – ist ganz typisch für narzisstische Familiensysteme.


Kinder wachsen in einer Realität auf, in der Macht und Anpassung die unsichtbaren Regeln sind. Sie spüren die Spannungen, die Abwertungen, die unterschwelligen Manipulationen – aber sie können sie nicht als krank und falsch benennen.


Weil sie die Welt der Eltern für normal halten, beginnen sie, an sich selbst zu zweifeln. Sie glauben, sie seien zu empfindlich, nicht liebenswert genug oder haben Schuld an allem möglichen.


Und so übernehmen sie nicht nur die Verantwortung für das emotionale Klima in der Familie, sondern verlieren sich auch selbst – eine Last, die sie oft bis ins Erwachsenenleben tragen.




Der narzisstische Vater – der König auf dem Thron


Du erzählst deiner Mutter ganz stolz, dass deine Chefin begeistert von deiner Arbeit war. Dein Vater sitzt neben euch und guckt in die Zeitung.


Dem neuen Nachbarn gegenüber sagt er: "Das ist mein Sohn. Der ist wie ich und übernimmt mal das Geschäft. Ach ja, und das ist meine Tochter."


Ein narzisstischer Vater muss dich nicht anschreien, um dich kleinzukriegen. Er macht das viel subtiler: keine offene Kritik, kein Lob. Stattdessen diese leise Herablassung, die du erst gar nicht wirklich verstehst. Sie kann jederzeit kommen – vor allem dann, wenn du nicht damit rechnest.


Selbst, wenn er bei anderen mit dir angibt, tut er das nicht, weil er anerkennt, wer du bist und was du tust – sondern, weil er sich mit dir schmücken kann. Er wird dadurch aufgewertet. Niemand in seiner Nähe darf glänzen – außer ihm selbst.


Damit stellt dein Vater immer wieder klar, wer in dieser Familie den Maßstab setzt. Er braucht das Gefühl, der Stärkere, der Klügere, der Wichtigere zu sein.


Typisch für einen narzisstischen Vater ist:


  • Bewunderungssucht: 

    Er braucht durchgängig Bestätigung und Anerkennung und stellt daher die eigene Person beständig in den Vordergrund.


  • mangelnde Kritikfähigkeit:

    Selbst die kleinste Kritik kann er nicht aushalten und er reagiert mit Aggressivität oder Abwertung.


  • Überlegenheitsgefühl:  Er sieht sich als Maßstab für Leistung, Erfolg und Intelligenz.


  • Mangel an Empathie:  Er ist emotional distanziert. Die Gefühle anderer interessieren ihn nur, wenn sie ihm nützen.


  • Manipulation, Abwertung und Kontrolle:  Er hält andere klein, um sich selbst groß zu fühlen.


  • Fassade nach außen:  Nach außen charmant und hilfsbereit. Daher ist er bei Freunden und in der Arbeit oft beliebt.


Für das kleine wie auch das erwachsene Kind bedeutet das, ständig auf der Hut zu sein. Jede Begegnung ist ein Balanceakt zwischen Sehnsucht nach Anerkennung und Angst vor Entwertung.


Und so entwickelt sich das, was viele Kinder narzisstischer Väter ihr Leben lang begleitet: ein tiefsitzendes Gefühl, nie gut genug zu sein.


URSACHEN FÜR NARZISSMUS: Der Vater ist nicht "böse" geboren. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine früh entstandene Störung der gesamten Persönlichkeit. Sie resultiert aus einem Bindungstrauma. Beispiel: Der Vater könnte mit einer durch den Krieg traumatisierten oder durch Lebensumstände völlig überforderten Mutter aufgewachsen sein. War sein Vater dominierend oder manipulierend, lernt der Junge am Modell, wie man Anerkennung und "so etwas wie Liebe" bekommt – durch übertriebene Selbstdarstellung und subtile Machtausübung.



Die schwache Mutter – und stille Komplizin


Dein Vater wertet jeden in der Familie ab. Tausend kleine Nadelstiche. Auch deine Mutter.


Sie managt alles: kocht, putzt, erledigt Bankangelegenheiten, macht die Steuererklärung, tapeziert die Wohnung, kümmert sich um seine Eltern. Und immer wieder erlebt sie, wie er sie subtil bloßstellt: "Wenn sie was macht, sieht alles aus, als hätte ein Wirbelsturm gewütet."


Oder er übergeht ihre Wünsche: Sie möchte eigentlich noch länger bei der Konfirmationsfeier des Patenkindes bleiben, doch er "muss" zu seinem Skat-Kumpel, weil der ein neues Auto bekommen hat.


Sie geht mit. Sie erträgt. Und du empfindest Mitleid mit ihr.


Doch sie wird auch aktiv. Sie wartet nicht ab, was der Vater will, sondern handelt voraus – aus seinem Gehirn heraus. Sie kommt ihm zuvor und gibt seine Wünsche als ihre eigenen aus.


Und sie verteidigt ihn: "Warum musst du auch immer so empfindlich sein?" "Er meint es doch nicht so."


Nach außen wirkt sie verständnisvoll, vielleicht sogar liebevoll. Doch in entscheidenden Momenten stellt sie sich auf seine Seite – schweigt, beschwichtigt, entschuldigt ihn. So stabilisiert sie das System, das dich (und auch sie) verletzt.


Sie war und ist nicht nur Opfer. Sie ist die stille Komplizin, die das Machtgefüge aufrechterhält – oft ohne, dass sie es bewusst steuert.


Warum eine Mutter zu einer schwachen Mutter wird:


  • Bindungstrauma aus der eigenen Kindheit: 

    Ihre Verhaltensmuster stammen aus eigenen Verletzungen in der Kindheit. Sie hat meist ebenso mangelnde Liebe und Unterstützung oder auch Abwertung erfahren.


  • Co-Abhängigkeit: 

    Aus dem Bindungstrauma resultierend hält sie nichts von sich und ist davon abhängig, gebraucht oder bestätigt zu werden.


Typische Verhaltensweisen einer schwachen Mutter:


  • Stillhalten und Anpassung: 

    Sie ordnet sich dem Vater unter, um den Frieden zu wahren und geliebt zu werden.

  • Verteidigung des Vaters: 

    Sie entschuldigt oder rechtfertigt sein Verhalten – oft auf Kosten des Kindes.

  • Vorausdenken und Kontrolle: 

    Sie erkennt die Wünsche des Vaters früh und handelt, bevor er sie äußert.


  • Vermeidung von Eigenverantwortung: 

    Probleme werden als nicht vorhanden dargestellt oder beschönigt, statt sie anzusprechen.




Grafik: Die Emotionen unter der Wut



Das Kind in einem narzisstischen Familiensystem


In diesem System aus Machtausübung, Kontrolle und subtilen Abwertungen groß zu werden, bedeutet für ein Kind, ständig auf der Hut sein zu müssen. Jede Begegnung mit dem Vater ist ein Balanceakt zwischen Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung – und der Angst vor Entwertung.


Als Kind lernst du schnell, zu filtern, was du von dir zeigst und was du lieber bei dir behältst. Das ist die einzige Möglichkeit, dich zu schützen. Und so verkriechst du dich in Bücher oder dein Baumhaus – Hauptsache weg.


Aber trotzdem hast du ein schlechtes Gewissen. Denn durch die unterschwellige Abwertung des narzisstischen Vaters ist dir oft gar nicht klar, ob das jetzt wirklich eine Kritik war oder ob du dir etwas einbildest. Die Folge ist eine tiefe Unsicherheit – und das Gefühl, selbst falsch und sogar ungerecht zu sein.


Die Mutter, die den Vater entschuldigt, gibt dir dabei kein Gegenüber, das dich stärkt. Du beginnst, an deiner Wahrnehmung zu zweifeln: Vielleicht bist du wirklich zu empfindlich. Vielleicht hast du überreagiert. So wird der innere Kompass, der dir sagt, was richtig und was falsch ist, zunehmend verzerrt.


Auf diese Weise gehst du dir schon als Kind selbst verloren – mit starken Auswirkungen auf dein Empfinden und Verhalten im Kontakt mit anderen Menschen:


  • "Ich bin nicht genug"-Gefühl: 

    Ständiger Zweifel, ob du wirklich gemocht wirst. Selbst kleinste Kritik trifft bis ins Mark und führt zu Rückzug oder Unterordnung.


  • Scham: 

    Jegliche "Fehler", und seien sie noch so unbedeutend, können ebenso wie Lob oder Anerkennung überwältigende Schamgefühle hervorrufen.


  • Schüchternheit:

    Als Folge der Abwertungen kannst du Schüchternheit oder auch Rotwerden entwickeln. Das ist nicht angeboren, sondern auf subtile Abwertungen der Person zurückzuführen.


  • Perfektionismus: 

    Du versuchst, alles „richtig“ zu machen, um Kritik oder Ablehnung zu vermeiden.


  • Überverantwortung: 

    Du übernimmst viel zu viel Verantwortung, die nicht deine ist, um nicht abgelehnt zu werden.


  • Einsamkeit: 

    Durch das Bedürfnis, sich zu schützen und sich innerlich zurückzuziehen, kann ein permanentes Einsamkeitsgefühl entstehen, auch wenn Freunde oder Familie da sind.


  • Überanpassung: 

    Du passt dich an, statt deine eigenen Bedürfnisse zu zeigen – um nicht aufzufallen oder Unmut zu erregen.


  • (Versteckte) Wut:

    Es ist ganz normal, Wut zu empfinden, wenn du abgewertet wirst. Durch die Notwendigkeit, dich anzupassen, bleibt sie aber häufig unterschwellig.


  • Körperliche Auswirkungen:

    Auch Stressreaktionen wie Nägelkauen, Zähneknirschen, Bauch- und Kopfschmerzen oder Neurodermitis können sich zeigen.



Grafik: Verwandlung von Wut: von emotionaler Abhängigkeit (Wut) zu selbstbestimmter Abgrenzung (Mut)


Wie die Kindheit mit einem narzisstischen Vater und einer co-abhängigen Mutter dich bis heute prägt


Die unterbewussten Strategien, die du als Kind entwickelt hast, um dich zu schützen, begleiten oft bis ins Erwachsenenleben.


Sie bestimmen, wie du Beziehungen eingehst (Bindungstyp oder -muster), wie du dich in der Arbeit verhältst und wie du mit dir selbst umgehst.


Du hinterfragst dich selbst unablässig: Entscheidungen, Gefühle, Wahrnehmungen, Handlungen – deine komplette Person. Alles wird auf seine „Richtigkeit“ geprüft.


Die alten Muster von Perfektionismus und Überverantwortung zeigen sich überall: Du übernimmst viel zu viele Aufgaben und stellst dich zurück, um Konflikte zu vermeiden oder anderen gerecht zu werden.


Menschen in Machtpositionen oder dominante Persönlichkeiten machen dich unsicher und du fühlst dich klein und unbedeutend.


Auch in Beziehungen spürst du die Spuren deiner Kindheit. Nähe fällt dir schwer, Vertrauen ist oft ein Balanceakt, und du merkst, wie leicht du in alte Scham- und Schuldgefühle zurückfällst.


Gleichzeitig brauchst du die Nähe von Partner oder Partnerin und Freunden, denen du vertraust. Aber Einsamkeit kann sich selbst dann einschleichen, wenn genau diese Menschen um dich sind, weil du tief in dir noch immer diese Trennung spürst, die dich früher vor deinem Vater geschützt hat.


All diese Muster wirken wie ein unsichtbarer Filter auf dein Leben.


Doch je mehr du sie erkennst, desto klarer werden dir diese Prägungen. Das ist die Grundlage dafür, sie Stück für Stück loslassen zu können.


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Distanz schaffen und dich selbst wiederfinden


Da vieles, was sich in deinem Erwachsenenleben zeigt, in Zusammenhang mit der Beziehung zu deinen Eltern steht, ist es wichtig, zwei Bereiche zu betrachten: den Kontakt zu deinen Eltern und den Kontakt zu dir selbst.



1.) Den Kontakt zu deinen Eltern verändern


Dein Vater war und ist sehr raumeinnehmend in deinem Leben. Viele deiner Verhaltensweisen, die dich heute schützen, aber gleichzeitig auch einschränken, sind darauf zurückzuführen. Deshalb ist es wichtig, zunächst inneren Abstand zu gewinnen, um dich selbst wiederzufinden und heilen zu können.


Abstand kann vieles bedeuten: Er kann NUR in deinem Inneren passieren, aber auch konkret Distanzierung oder sogar Kontaktabbruch bedeuten – je nachdem, was für dich notwendig ist.


Und das Wichtigste: Selbst ein Kontaktabbruch ist in Ordnung und richtig – auch wenn Schuldgefühle auftauchen. Er bedeutet nicht, dass du deine Eltern „bestrafen“ willst oder undankbar bist, sondern dass du deine seelische Gesundheit schützt.


Distanzierung kann unterschiedlich aussehen:


  • Erstmal nur Heiligabend bewusst nur mit deinem Partner und der eigenen Familie feiern.

  • Nur zu bestimmten Anlässen Kontakt, etwa Geburtstage oder besondere Familienfeste.

  • Einen Umzug in Betracht ziehen, wenn auf andere Weise keine ausreichende Distanz möglich ist.


Solche Entscheidungen können Schuldgefühle oder Angst bis hin zu Panik auslösen – das ist normal.


Als Kind wurdest du darauf geprägt, die Bedürfnisse anderer über deine eigenen zu stellen. Deshalb tauchen deine Gefühle auf. Jede Form von Distanz ist jedoch ein Schritt, dich selbst zurückzugewinnen und alte Muster Stück für Stück zu durchbrechen.



2) Den Kontakt zu dir selbst neu aufbauen - Urvertrauen stärken


Wenn du mit einem narzisstischen Vater und einer schwachen, überforderten Mutter aufgewachsen bist, fehlt dir oft etwas ganz Fundamentales: Urvertrauen. Dieses innere Gefühl von Geborgenheit und "ich bin richtig, wie ich bin".


Kinder entwickeln Urvertrauen durch verlässliche, Halt gebende Eltern. Wenn deine Eltern emotional aber nicht präsent waren, empfindest du später ständige Unsicherheit und die Entfremdung zu dir selbst.


Das Urvertrauen, dieses "in sich selbst zuhause sein", ist die entscheidende Komponente, um die Auswirkungen deiner Kindheit überwinden zu können.


Du kannst es auch als Erwachsene/r noch aufbauen, aber das ist keine schnelle Übung –sondern ein Prozess, in dem du nach und nach in dir stärkst, was dir damals gefehlt hat.


Ich arbeite in solchen Fällen gerne mit dem Unterbewusstsein und seiner ganz eigenen Weisheit. Denn dein Inneres weiß erstaunlich genau, was du gebraucht hättest und jetzt noch brauchst – oft klarer als dein Kopf.



Übung:

Deine idealen Eltern finden – die innere sichere Basis aufbauen


Eine erste, einfache, aber sehr kraftvolle Übung kann darin bestehen, die idealen Eltern, oder auch "Inneren Eltern" zu gestalten.


Eigentlich müsste ich sogar sagen: sie kennenzulernen. Denn die "Inneren Eltern" ist die Seite in dir, die dich selbst unterstützt und wo du liebevoll mit dir umgehst.


Vom Inneren Kind und dem Inneren Kritiker hast du vielleicht schon einmal gehört. Sie gehören, wie auch die Inneren Eltern, zum Konzept der Inneren Anteile. Wenn man in der Psychotherapie mit diesen Anteilen arbeitet, wird aus dem Wirrwarr in dir eine klarere Struktur und Veränderungen sind leichter möglich.


Diese inneren Idealeltern sind kein Ersatz für deine echten Eltern – sie sind die Version von dir selbst, die dich heute hält.



So geht die Übung:


  1. Lege eine Hand auf deinen Körper

    Zum Beispiel auf den Bauch. Spüre die Wärme deiner Hand. Atme und lenke deinen Atem tief in deinen Bauchraum.


    Und dann weiter in deinen Oberkörper, die Arme und die Beine. Nimm wahr, wie dein Körper sich entspannt.


  2. Spüre nach, was als Kind gefehlt hat

    Frage dich innerlich: "Was hätte ich mir als Kind gewünscht?"


    Vielleicht: gesehen werden, liebevolle Blicke, Zuverlässigkeit, Gespräche auf Augenhöhe, beschützt werden, verstanden werden ohne Worte, Unterstützung?


  3. Das Gefühl entstehen lassen

    Stell dir vor, du bekommst genau das, was du dir wünschst. Nicht als eine vom Kopf her vorgestellte Fantasie, sondern wirklich als inneres Erleben. Spüre, wie sich dein Körper verändert, wenn dieser Halt da wäre.


  4. Die Inneren Eltern erfahren

    Bleibe bei diesem Gefühl, wahrgenommen, gehalten und geachtet zu werden.


    Stelle dir nun zwei Personen vor, die dir all das geben könnten und würden. Die eine Person, die Innere Mutter, ist für die liebevollen Blicke und die Nähe da und die andere, der Innere Vater, für das beschützt werden.


    Wie würden sie aussehen? Wie würden sie sich verhalten? Wie wären ihre Stimmen?

    Gehe dabei von deinen realen Eltern komplett weg. Vielleicht sind es sogar gar keine Menschen, sondern Tiere oder Märchenfiguren. Alles, womit du dich wohl fühlst, ist richtig.


  5. Wenn du magst: In Ton gestalten oder malen

    Um deine Inneren Eltern greifbarer zu machen, kannst du sie gestalten – z.B. aus Ton oder gemalt, konkret oder als abstrakte Formen oder Farben.


    Es geht dabei nicht um Kunst. Es geht darum, eine Form für deinen inneren Halt zu finden, damit dein Unterbewusstsein Zugang dazu bekommt.


  6. Die Kraft der Inneren Eltern nutzen

    Wenn du später unsicher bist, dich falsch fühlst, einsam wirst oder dich innerlich verlierst – setz dich einen Moment hin, leg wieder deine Hand auf den Bauch und spüre deine Idealeltern.


    Du wirst merken: Da kommt Ruhe und Entspannung und das Gefühl, getragen zu sein. Immer mehr.



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Häufige Fragen zum Thema "narzisstischer Vater, schwache Mutter"



  1. Was bedeutet es, einen narzisstischen Vater zu haben?


    Ein narzisstischer Vater braucht ständige Bewunderung und stellt seine eigenen Bedürfnisse über alles.


    Kinder erleben subtile Abwertungen, unfaire Vergleiche oder mangelnde Beachtung und Anerkennung. Das prägt Selbstwert, Vertrauen in sich und andere und das Verhältnis zu Nähe und Distanz im späteren Leben.



  2. Was ist eine schwache oder co-abhängige Mutter?


    Eine schwache Mutter ordnet sich oft den Wünschen des Partners unter und verteidigt ihn. Sie ist emotional abhängig oder auch co-abhängig.


    Die Mutter stabilisiert durch ihr Verhalten die Beziehung zum Partner. Sie verrät dadurch aber die Kinder, da sie immer auf Seiten des Vaters steht, auch wenn der ein Kind bestraft, abwertet oder lächerlich macht.



  3. Kann ein narzisstischer Vater auch ohne Wutausbrüche verletzend sein?


    Ja, auf jeden Fall. Subtile Abwertungen, Ignorieren oder ständige Vergleiche treffen Kinder tief – oft mehr als offene Aggression, weil sie schwer zu fassen sind.


    Dadurch ist das Kind lange unsicher, ob es diese Verletzungen wirklich gab oder ob es "zu empfindlich" ist.



  4. Ist Kontaktabbruch zu den narzisstischen Eltern erlaubt oder sinnvoll?


    Die Verletzungen in einem narzisstischen Familiensystem können dein komplettes Selbstbild und dein Urvertrauen nachhaltig negativ prägen.


    Aus Selbstschutz und um heilen zu können, kann daher eine Reduzierung des Kontakts oder ein Kontaktabbruch – dauerhaft oder temporär – durchaus sinnvoll sein.



  5. Warum reagiere ich übermäßig stark auf Kritik?


    Weil Kritik in der Kindheit oft eine verdeckte Abwertung war. Dein Nervensystem erinnert sich daran. Heute löst schon ein kleiner Hinweis das alte Gefühl von „Ich bin falsch“ aus.



  6. Bin ich selbst gefährdet, narzisstische Züge zu entwickeln?


    Kinder narzisstischer Eltern könnten deren Verhaltensweisen übernehmen, weil sie gemerkt haben, dass man durch Manipulation etwas erreichen kann.


    Aber wenn du dir selbst diese Frage stellst, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du selbst narzisstisch bist. Narzisstische Menschen machen in ihren Augen keine Fehler.


    Manche Kinder entwickeln eher das Gegenteil von Narzissmus: Co-Abhängigkeit, Selbstaufgabe, extreme Rücksichtnahme. Und verhalten sich eher so wie die emotional abhängige Mutter.



  7. Sollte ich meinen Eltern sagen, dass sie narzisstisch oder co-abhängig waren?


    In den meisten Fällen führt das zu Abwehr, Wut oder Gaslighting. Hilfreicher ist, die eigenen Grenzen zu definieren – statt die Eltern verändern zu wollen.


    Der Fokus liegt auf dir, nicht auf deren Einsicht.



  8. Was kann ich tun, wenn mein narzisstischer Vater meine Kinder manipuliert?


    Schützen geht vor Harmonie. Klare Grenzen, begrenzter Kontakt, klare Kommunikation mit deinem Partner/deiner Partnerin. Im Zweifel professionelle Unterstützung – denn narzisstische Muster machen vor Enkelkindern nicht halt.



Foto von Ivana Cajina auf Unsplash

Vera Arnold, Kunsttherapeutin und Traumatherapeutin, Seminarhaus "Das graue Haus am Meer"

Vera Arnold

Vor fast 20 Jahren begegnete mir ein Satz auf einem Plakat in einer vollen Berliner U-Bahn: "Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin).


Der begleitet mich seither und ist ein Grund, warum ich Traumatherapeutin geworden bin.


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