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Bedeutung und Rituale in den Rauhnächten und ein Rauhnächte-Retreat im "grauen Haus am Meer"

Aktualisiert: 2. Jan.

Symbolträchtige Tage zwischen den Jahren


Das Jahresende ist an sich schon eine besondere Zeit. Mitten im Winter mit den kürzesten Tagen des Jahres und damit auch den längsten Nächten ist viel Zeit zuhause angesagt. Man kuschelt sich mehr ein, macht vielleicht mal eine Kerze an, trinkt eine Tasse Tee, liest ein Buch oder ähnliches. Es ist zumindest leichter, zur Ruhe zu kommen als im Sommer. Natürlich gibt es da auch den Stress vor Weihnachten: das Geschenke besorgen, die Weihnachtsfeiern, das große Einkaufen für das Weihnachtsessen, Baum aufstellen, usw., usw. Aber dann, zwischen Weihnachten und dem 06. Januar, den Heiligen drei Königen, ist doch mehr Zeit zum Ausspannen und vielleicht nutzt man auch die Zeit, um das Jahr zu reflektieren und sich vorzubereiten auf das kommende Jahr.




Bedeutung der Rauhnächte


Traditionell gelten die Tage beziehungsweise Nächte zwischen der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und der Nacht vom 05. auf den 06. Januar als die 12 Rauhnächte. Es ist die Zeit "zwischen den Jahren", also nicht mehr zum alten, aber auch noch nicht zum neuen Jahr gehörig. Eine Zeit, die sozusagen aus der Zeit fällt, in der eine ganz andere Energie herrscht und die dazu einlädt, nach innen zu schauen und Neues zu manifestieren, Rituale durchzuführen, achtsam zu sein.


Geschichtlich ist es nicht klar, wann die Tradition der Rauhnächte begann, aber es war sicher ein vorchristliches Ritual der Germanen und Kelten, die noch einen ganz anderen Bezug zu Übersinnlichem und der Natur hatten. Das Wort stammt vermutlich sowohl von "rauh, im Sinne von wild", von "Rauch oder Räuchern" wie auch vom mittelhochdeutschen Wort "rûch", das haarig oder pelzig bedeutet. Sowohl mit rauh und wild als auch mit haarig und pelzig könnten die Dämonen gemeint sein, die in den dunklen Nächten ihr Unwesen trieben. Geräuchert hat man vermutlich, um diese Dämonen zu vertreiben. Später wurden die Viehställe mit Weihrauch ausgeräuchert, um Unglück von den Tieren abzuwenden. Und auch das Böllern an Silvester und das Feuerwerk haben mit dem Abwenden von Unglück und Dämonen zu tun. In diesen Tagen ging es aber nicht nur um das Abwenden von Bösem, sondern auch um das Empfangen von Botschaften aus der anderen Welt.


Durch das Christentum und den Versuch, im Mittelalter die alten Traditionen auszurotten, gab es lange Zeit nur noch Überbleibsel der Rauhnächte wie zum Beispiel das oben schon angesprochene Silvesterfeuerwerk. Das heißt aber natürlich nicht, dass das Besondere aus dieser Zeit verschwunden ist. Es geht nur darum, es wieder zu nutzen.



Rituale in dieser Zeit


Die Träume in den Rauhnächten sind die Überbringer der Botschaften aus der "anderen Welt". Ein Traum aus der ersten Rauhnacht beispielsweise sagt etwas aus über den Monat Januar des folgenden Jahres, der Traum aus der zweiten Nacht über den Monat Februar, usw. Dabei muss man allerdings bedenken, dass Träume in Bildern sprechen und im Allgemeinen nicht wortwörtlich genommen werden sollten. Ein Blogbeitrag über Traumdeutung folgt noch.



Ebenso stehen die 12 Nächte für bestimmte Themen, die besonders behandelt und betrachtet werden können.

Die Kernthemen dabei sind: Altes abschließen, Innenschau und Reflektion des vergangenen Jahres, Dankbarkeit spüren für das Erlebte und Erfahrene, bei sich selbst ankommen, das höhere Selbst achten, Verbundenheit mit der Natur, Sich mit den wichtigen Menschen im eigenen Leben verbinden bzw. die Ahnen ehren (nicht immer ein einfaches Thema), Zukünftiges visualisieren.

Rituale hierfür sind nicht festgelegt und können nach eigenem Wunsch gestaltet werden. Die Reihenfolge der genannten Themen ungefähr einzuhalten, ist aber sinnvoll.



Meditationen im eigenen Zuhause und in der Natur sind für mich dabei ein zentraler Punkt. Ich verstehe darunter nicht nur die klassische Meditation in der klassischen Sitzhaltung, sondern auch das Reflektieren über ein Wort oder ein Thema - in Gedanken, beim Malen, beim langsamen Gehen oder ähnlichem. So kann man sich zum Beispiel dem Thema "Altes abschließen" widmen, indem man sich ein Blatt Papier und Farben nimmt, sich einstimmt auf das vergangene Jahr und aus dem Bauch heraus die Farben und Formen wählt, die einem für das Erlebte stimmig erscheinen. Das Bild, das entsteht, darf dabei gerne abstrakt bleiben. Egal, ob das Jahr und das zu Papier gebrachte schmerzhaft oder beglückend war, findet man einen guten Abschluss darin, das Bild wertschätzend zu betrachten, es genauso wertschätzend zu verbrennen und den entstehenden Rauch als Abschluss des Jahres zu verstehen.



Räuchern ist ebenfalls ein schönes Ritual zum Auflösen alter Energien und zum Einladen neuer guter Energien. Die Atmosphäre wird zu Beginn der Rauhnächte gereinigt, zum Jahreswechsel harmonisiert und zum Ende der Rauhnächte energetisiert. Es ist nicht unbedingt notwendig, teure Räuchermischungen zu kaufen. Bereits wenige Kräuter reichen aus. Salbei beispielsweise ist ein Kraut, das sowohl reinigt als auch harmonisiert, Fichtennadeln unterstützen die Ausrichtung auf das Neue. Geräuchert werden kann mit (selbst)gebundenen Kräuterbündeln, die man anzündet oder indem man in ein feuerfestes Gefäß Sand füllt und Räucherkohle darauf legt, diese anzündet, wartet, bis Glut vorhanden ist und die Kräuter darauf verteilt und glimmen lässt.



Das Benutzen von Orakelkarten gehört für mich auch zu dieser Zeit. Ein ganz besonders schönes ist für mich das "Orakel der Krafttiere" von Colette Baron-Reid (ich bekomme keine Provision für den Link), das neben 68 sehr schön gezeichneten Karten ein Anleitungsbuch mit tiefgreifenden Erklärungen der einzelnen Karten enthält. So kann man sich zum Beispiel als Hilfe für das Verarbeiten des alten Jahres wie auch als Unterstützung für das kommende Jahr eine Karte ziehen und darüber meditieren. Ich finde es sinnvoll, erst nach der eigenen Beschäftigung mit den Karten die Erklärung zu lesen.



Rauhnächte-Retreat im "grauen Haus am Meer"


Die Rauhnächte-Zeit in Gemeinschaft zu verbringen, sich gegenseitig anzuregen und zu unterstützen ist noch effektiver und kraftvoller als das alleine für sich zu tun. Daher öffnen wir unser Seminar- und Retreathaus "Das graue Haus am Meer" Ende des Jahres 2023 für eine kleine und feine Gruppe von bis zu 8 Personen und bieten ein 4-tägiges Rauhnächte-Retreat an. Es wird in der Zeit vom 28. Dezember 2023 bis zum 01. Januar 2024 stattfinden.


In dieser Zeit werden wir gemeinsam meditieren, malen, räuchern, tanzen, uns mit unseren Träumen beschäftigen, die Ostsee genießen, miteinander kochen und essen und in das Neue Jahr feiern. Eine genauere Beschreibung findet ihr HIER.



Viel Freude bei den Rauhnächten und vielleicht bis ganz bald im "grauen Haus am Meer"


Vera und Brigitte



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