Nakskov Fjord
NAKSKOV FJORD
Nakskov Fjord

Der Nakskov Fjord ist mit seinen zehn kleinen Inseln die inselreichste Förde in Dänemark. Sie verläuft von Tårs im Norden 12 km lang bis zur Halbinsel Albuen im Westen und hat den Status eines Naturparks. In der schönen Landschaft sind das ganze Jahr über Vögel zu beobachten. Vor allem im späten Herbst sind Tausende von rastenden Vögeln auf ihrem Weg in ihr Winterquartier zu sehen. Die liegenden Holzquader unterhalb des Restaurants "Fjorden" in Nakskov bieten dafür einen schönen Platz, auch um, etwas erhaben über dem Fjord, den Sonnenuntergang zu genießen.

Der Bogø Vig, eine kleine Bucht innerhalb des Nakskov Fjords in der Nähe des Ortes Bogø, ist, was die Vogelwelt angeht, eines der bedeutendsten Gebiete hier. Vor allem die großen Gänseschwärme sind beeindruckend. Und im Winter kann man auf den Feldern in der Nähe, bei Langø, viele Gänse und Singschwäne finden, denen man sogar vom Auto aus bei ihrem Gesang zuhören kann.

Der Fjord hat noch eine Superlative zu bieten. Hier befindet sich der längste Badesteg Dänemarks. Die Bucht ist sehr flach, so dass Schiffe und größere Boote nur in einer einzigen Fahrrinne fahren können. Für Schwimmer bedeutet das, dass sie einen langen Weg bis ins tiefere Wasser waten müssen oder den  schönen Holzbadesteg benutzen, der vom Nakskover Stadtstrand "Heste-hoved" gut 200m Meter weit ins Wasser ragt. Am Ende befindet sich ein Umkleidehäuschen, ebenfalls aus Holz. Eine Bank lädt zum Verweilen und aufs Meer schauen ein. Ein schöner Spaziergang am Abend.

Die kleine Insel Kuddeholm ist durch eine kleine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Strandes, ist aber noch sehr naturbelassen. Auf einem kurzen Rundweg ist sie zu erkunden und bietet ungewöhnlich viele verschiedene Pflanzenarten. Östlich der Insel ist der "Brændevinssten", der Brandweinstein, bei Niedrigwasser zu sehen. Er heißt so, weil die Fischer hier ihren letzten Schnaps zu sich nahmen, bevor sie aufs Meer hinausfuhren und den ersten, als sie wieder zurückkamen. So waren sie zumindest auf See (einigermaßen) nüchtern.

Und noch etwas Mystisches begleitet die Inselwelt des Nakskov Fjords. Die zehn Inseln waren nämlich nicht immer zehn, sondern noch einige mehr. Im Jahr 1872 ereignete sich hier die größte Naturkatastrophe der dänischen Geschichte. Bei einer Sturmflut kamen im Süden Lollands 80 Menschen und unzählige Tiere ums Leben. Die Gutsbesitzer der damaligen Zeit beschlossen darauf hin,  ein großangelegtes Projekt auf die Beine zu stellen und Deiche zu bauen. In der Bucht verliefen die Deiche von Insel zu Insel, die in diese Deichlinie integriert wurden. Das "verschwundene Inselreich" entstand. Die Inseln Ydø, Langø, Bogø, Bondeholm, Store Vejlø, Lille Vejlø, Stensholm, Stensø, Færgelandet, Mellemlandet und Stubbelandet wurden zum Festland.

Eine Bootstour durch die noch existierende Inselwelt mit dem Postboot "Vesta" ist wunderschön und wird HIER beschrieben. Über die Stadt Nakskov berichten wir HIER.