Fejø
FEJØ
Fejø

Nördlich von Lolland liegen drei kleine Inseln im Smålandsfarvandet, dem Kleine-Land-Fahrwasser. Die größte davon ist Fejø. Wirklich groß ist sie allerdings nicht, denn sie misst gerade einmal 16 km². Etwa 500 Menschen leben hier ganzjährig.

Fejø ist von Lolland aus gut erreichbar, da es nur eine 15-minütige Fährüberfahrt braucht, um zu ihr zu gelangen (man zahlt übrigens nur auf der Hinfahrt, die Rückfahrt ist frei). Von morgens bis Mitternacht setzt die "Christine" ungefähr stündlich von Kragenæs nach Fejø über. Und hinfahren sollte man wirklich, denn Fejø wirkt ein wenig wie Bullerbü in Dänemark. Keine Ampeln, kaum Verkehrsschilder und keine Werbung.

Da die Insel nicht groß ist, eignet sich auch ein Tagesausflug mit dem Rad hierher. Das Auto kann auf dem Parkplatz im Fährhafen Kragenæs abgestellt werden. Die Fähre selbst ist für Radfahrer sogar kostenlos. Und wer kein Fahrrad dabei hat, leiht sich eins beim Mühlenverein. Sie stehen im Sommer direkt am Fähranleger der Insel in einem offenen Verschlag bereit. Bezahlt wird mit Kleingeld in eine Spardose.

 

Als Apfelgarten Dänemarks wird Fejø bezeichnet. Apfelbaumplantagen sieht man auch tatsächlich überall. Im Spätsommer findet man am Straßenrand viele kleine Stände, in denen wettergeschützt Äpfel in Beuteln,  Apfelessig (Æbleeddike), Apfelcidre (Æblecider), Apfelsaft (Æblemost), Gastrik (karamelisierter Essig) und verschiedene Marmeladen angeboten werden. Alles hausgemacht, selbstverständlich. Bezahlt wird einfach, indem man das abgezählte Geld in eine kleine Kasse wirft. Die Äpfel sind übrigens sehr lecker und im allgemeinen findet man Sorten, die bei uns nicht bekannt sind, wie zum Beispiel die Sorte "Guldborg". Manchmal wissen es die Apfelbauern wohl auch selbst nicht, denn die Aufschrift "ukendt" (unbekannt)  ist zum Teil auch auf den Beuteln zu finden. In Dänemark sieht man das nicht so eng. In den Straßenständen sind neben Äpfeln je nach Monat auch Pflaumen, Birnen und sogar Feigen zu finden.

 

Im Hjortemosevej in Østerby befindet sich das Gut "Kernegaarden" mit seinem kleinen Laden, in dem sich neben den üblichen Produkten auch der "Fejø Calva" findet, ein hausgemachter Brandy aus Äpfeln, der mindestens drei Jahre lang in französischen Eichenfässern reift. Der Æblecider ist in verschiedenen Varianten erhältlich und teilweise mehrfach ausgezeichnet worden. Im dazugehörigen, sehr hübschen Innenhof werden Tapas mit lokalen Spezialitäten, frisch gebackenes Brot sowie Kaffee, Tee und der Kuchen des Tages serviert.

Kaffee und Kuchen bekommt man auch im Café der Windmühle, die sich inmitten der Insel befindet. Man kann sie eigentlich gar nicht verfehlen. Sie wurde 1858 an einer anderen Stelle erbaut und 1905 an diesen zentralen Ort "umgesiedelt". Der Mühlengarten ist idyllisch und die Spezialität, die Mühlentorte, hausgemacht und lecker.

Eine weitere Sehenswürdigkeit Fejøs ist der Jachthafen Dybvig mit der alten Bootsbauerei, die schon in der vierten Generation Holzboote fertigt und die weiße Inselkirche, die, wie so oft in Dänemark, ganz alleine an der Ostküste steht. Eine besondere Stelle befindet sich neben der Kirche. Bäume stehen direkt am Ufer der Ostsee und eine Schaukel, groß genug auch für Erwachsene, hängt an einem stabilen Ast. Schaukeln mit Ostseeblick. Wann hat man das schon einmal. 

Also alles in allem eine richtig tolle Insel. Nur schöne Strände sind  Mangelware hier, da die Ufer häufig schilfbewachsen sind.  Eine Ausnahme ist der offizielle, kleine Badestrand am Slettervej, der mit einem Badesteg ausgestattet ist. Aber zum Baden kann man ja auch woanders hinfahren, zum Beispiel nach Maglehøj.