Albuen
ALBUEN
Albuen

Die Halbinsel Albuen ragt am äußeren Rand des Nakskov Fjord von Süden nach Norden in denselben hinein. Sie trennt den Langelandsbelt vom Fjord und schützt die Bucht vor hohen Wellen. Der Name Albuen bedeutet "der Ellbogen" und genau so ist diese Landzunge geformt. Sie ist 7,5 km lang und an der schmalsten Stelle nur 25 m breit. Im oberen Drittel wird der Albuen breiter und knickt ganz oben nach Osten, in Richtung Fjord ab. Wie ein Ellbogen eben.

 

Gebildet wurde diese besondere Landschaft aus Sand und Steinen, die über mehrere Tausend Jahre hier angespült wurden. Dementsprechend anders als auf dem Festland sieht es hier aus. Der schmale, langgestreckte untere Teil des Albuen besteht aus sandigem Wanderweg, Dünen, der offenen, raueren Ostsee links und dem schilfgesäumten Søndernor rechts, einer geschützten Bucht innerhalb des Fjords. Bei Wind kann es hier rau sein. Es gibt kaum Büsche und Bäume, die Schutz bieten können. Bei sonnigem Wetter ist es hier aber wunderschön. Endloser Sandstrand und das Gefühl von Unberührtheit, das besondere Licht der flachen Förde und des tiefen Belts und je nach Monat rosa, gelb oder weiß blühende Blumenteppiche machen den Albuen zu einem ganz besonderen Ort. Und manchmal kann man sogar Kühe am Strand sehen.

Der obere, breitere Teil wurde 600 Jahre lang bewohnt. Niedrige Wälle und Vertiefungen im Erdboden sind ein Zeichen davon, dass hier im Mittelalter mit Salzhering gehandelt wurde, was damals durchaus lukrativ war. Ein natürlicher kleiner Hafen in der dem Fjord zugewandten Bucht ermöglichte das. Dementsprechend gerne wurde hier gewohnt.

 

Ein paar Fischerhäuser, ein Lotsenhaus, ein Leuchtturm, eine Schule und eine Küstenbeobachtungsstation sind hier noch zu finden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herrschte Leben auf dem Albuen. Neben den Fischern waren hier auch Lotsenfamilien zuhause. Die Lotsen trugen die Verantwortung dafür, dass die Schiffe durch die gewundene Fahrrinne nach Nakskov und wieder zurück auf die offene See kamen. Sie waren auch für den Leuchtturm und die Küstenbeobachtung zuständig. Und wenn es stürmte und Schiffe auf Grund liefen, rückte der Küstenrettungsdienst vom Albuen aus, um Schiff, Mannschaft und Ladung zu retten.

Heute wohnt hier, außer im Sommer die Sommerhusbesitzer, niemand mehr, aber ein Besuch dort lohnt sich immer noch. Auch die Strandseen und -wiesen mit ihrer Blumenpracht im Frühsommer sind es wert, hierher zu kommen. Wer die lange Wanderung scheut, kann mit dem Postboot eine Tour unternehmen und den oberen Teil des Albuen besichtigen. Wer möchte, kann auch im ehemaligen Lotsenhaus übernachten.

Doch das "Dörfchen" sieht auch von Weitem toll aus. Die Häuser scheinen auf dem Wasser zu schweben, da die Halbinsel nur wenige Meter aus dem Wasser ragt.

Und der Parkplatz ganz unten zu Beginn des Albuen ist ebenfalls einen Ausflug wert. Das ist Brigittes Lieblingsplatz, denn hier kann man mit dem Auto direkt an der Ostsee parken und bei schönem, wie auch regnerischem Wetter wunderbar aufs Meer schauen.